Ich lerne Töpfern - Tag 2: Lust & Frust

Ich lerne Töpfern - Tag 2: Lust & Frust

Die Spannung war gross - eine ganze Woche waren die Schüsseln von letzter Woche jetzt zum trocknen bei db pottery in einem Plastiksack eingepackt. Wie würden sie jetzt aussehen?

Abdrehen - gar nicht so einfach

Weil es etwas einfacher ist, haben wir die Schüsseln direkt auf der Holzplatte auf der wir sie gedreht haben trocknen lassen. Nun folgt der nächste Schritt: Abdrehen. Dafür müssen die Objekte von der Platte gelöst werden (mit einem Draht) um sie dann wieder auf der Platte zu zentrieren - kopfüber. Und da beginnt schon die erste Schwierigkeit: Wie bringe ich die Schüssel genau in die Mitte? Dabei müssen wir natürlich vorsichtig sein, fliegt die Schüssel eventuell von der Drehscheibe - und genau das passiert mir beim ersten Versuch! Ich habe offenbar die Schüssel nicht gut genug befestigt und bleibe mit meinem Werkzeug im Ton hängen - und schon ist die Schüssel am Boden! 

Töpfern zentrieren abdrehen töpferkurs erfahrung

Ich versuche die Schüssel wieder einigermassen zurecht zu formen und stelle sie erneut auf die Drehscheibe. Nach einigen Versuchen klappt das mit dem Boden dann doch einigermassen - verbogen bleibt sie halt. Aber eigentlich ist das ja auch gar nicht so schlimm - imperfekt ist das neue perfekt!

Schüssel töpfern Erfahrung

Üben, üben, üben!

Als wir dann noch weitere kleine Objekte auf der Scheibe drehen geht es mit dem Zentrieren schon einiges besser. Ich merke, dass die Verankerung des Arms in der Hüfte sehr wichtig ist und mache langsam kleine Fortschritte.

Allerdings läuft nicht alles ganz rund: Ich versuche, einen grossen Teller zu drehen. Der Teller sieht eigentlich gut aus und ich mache mich daran, den Boden etwas zu begradigen. Dabei lasse ich die Scheibe ziemlich schnell laufen - zu schnell, wie sich herausstellt. Ganz plötzlich fällt nämlich der Rand wie auf Kommando einfach nach unten - mein Teller ist kein Teller mehr. Ich versuche zu retten, was ich retten kann - leider wird aus dem Objekt nicht mehr viel.

Erste Teller, kleine Bowls und eine Tasse?

Weil das Handwerk eben auch viel mit Übung zu tun hat, gehe ich am nächsten Tag bereits wieder töpfern. Am neuen Arbeitsplatz stehe ich vor einem kleinen Problem: Es sind keine Holzplatten als Unterlage vorhanden!

Ich versuche zuerst, direkt auf der Scheibe zu drehen. Der erste Versuch klappt ganz gut, die Schüssel wird ziemlich schön. Dummerweise kann ich sie danach nicht von der Scheibe ablösen - wahrscheinlich, weil der Ton zu feucht ist. Ich schneide mehrmals durch aber die Schüssel will einfach nicht weg. Schliesslich versuche ich es mit ein bisschen Werkzeug und bringe die Schüssel mit Mühe und Not ab der Scheibe. Sie verformt sich dabei aber so stark, dass ich beschliesse, mir etwas anderes auszudenken. Beim nächsten Versuch lasse ich das Objekt auf der Scheibe, während ich mein Mittagessen hole. Weil der Ton jetzt schon etwas getrocknet ist klappt es mit dem ablösen besser. Allerdings kann das mit dem Warten langfristig keine Lösung sein.

Töpfern Tasse Drehscheibe

Ich clicke mich daher durch ein paar Youtube Videos und sehe schliesslich einem Japaner zu, der aus Ton eine Art Wulst formt und darauf ein rechteckiges Holzstück platziert, auf welchem er dreht. Ich mache es ihm nach und siehe da - es klappt. Dadurch, dass ich konstant mit den Händen Druck auf die Platte ausübe, rutscht sie nicht aus der Position. Ich drehe ein paar Teller, Schüsseln und Bowls.

 

10kg Ton an einem Nachmittag verarbeitet

Weil es gerade so gut läuft, mache ich immer weiter. Ich versuche mich Mal an grösseren Bowls, dann an kleinen Espresso Tassen und wieder an Tellern. Kleine Objekte sind gar nicht so einfach, weil man dann eher mit den Fingern als mit der ganzen Hand arbeiten muss! Das Töpfern macht jedenfalls Spass. Am Ende des Tages habe ich 14 neue Objekte getöpfert, die nun trocknen sollen...

Töpfern Objekte Schalen

Bowl Töpfern

Wie es weiter geht erfährst du nächste Woche hier im Blog!


Kommentar schreiben